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21.09.05

Nachholspiel gegen TSV Katzwang

Am Sonntag, den 21.09.05 um 17 Uhr findet das Nachholspiel gegen den TSV Katzwang statt. Das Heimrecht wurde getauscht, gespielt wird in Katzwang.
Das Rückspiel verlegt sich daher von Sonntag, 16.10.05 auf Freitag, 14.10.05 um 
19 Uhr in Reichelsdorf!

 

Ausgabe der NZ Beilage Nürnbergplus  vom 09.09.05
Der SV Reichelsdorf spielte gegen den FC Kavala aus Griechenland
Frauenfreundschaft auf dem Fußballplatz
  Von Julia Ziegler

Manch ein Fußballer lebt dafür, für die Frauenmannschaft des SV Reichelsdorf wurde es zur Realität: Sie spielten „international“. Sonst treten sie zwar nur in einer Kleinfeld-Privatrunde an, an diesem Tag aber hieß der Gegner 
FC Kavala aus Griechenland. „Meine Güte, bin ich nervös“, sagte die 34-jährige Mina Olbert kurz vor dem Anpfiff. 
Die Verteidigerin wusste, dass sie ein schweres Spiel erwartet: Die Gegnerinnen aus Nürnbergs Partnerstadt spielen 
in der höchsten griechischen Frauenfußball-Liga und haben drei aktuelle Nationalspielerinnen im Kader.

Außerdem war es nicht das erste Match, das die Reichelsdorferinnen gegen das Team von Trainer Anastasios Roumeliotis bestreiten. Im August hatten sie eine Woche in Kavala verbracht und das Hinspiel ausgetragen - Ergebnis: 5:2 für Kavala. Die Aussichten für das zweite „Länderspiel“ waren also aus deutscher Sicht düster.

Weil die Nordgriechinnen nicht nur das große Feld gewöhnt sind, sondern auch die für mitteleuropäische Verhältnisse hohen Temperaturen, fürchtete Reichelsdorf-Coach Harry Baetje vor allem die konditionelle Überlegenheit der Gäste. Als es zur Halbzeitpause 0:2 gegen seine Mannschaft stand - nur, denn die Griechinnen vergaben reihenweise Chancen -, sagte er: „Wir haben bis jetzt ganz gut mitgespielt, aber in der zweiten Halbzeit werden sie uns wahrscheinlich abschießen.“ Seine Befürchtungen sollten sich nur teilweise bewahrheiten, denn die Begegnung endete mit 0:4, und das kann sich sehen lassen. Die Reichelsdorferinnen kämpften tapfer und kamen immer wieder in Tornähe. Vor allem Torfrau Manuela Kleim machte sich verdient, als sie in der ersten Halbzeit dreimal den Ball von der Torlinie kratzte.

Ballbesitz- und Zweikampf-Bilanz gingen deutlicher an die Griechinnen. Leider fehlt dem Team, das eine sichere Abwehr mit einer souveränen Libera und ein überragendes Mittelfeld hat, eine klassische Mittelstürmerin. So sind die schnellen und immer sehr direkt ausgeführten Angriffe zwar ein Augenschmaus, enden allerdings viel zu selten mit Zählbarem.

Fast immer läuft die Vorwärtsbewegung des FC Kavala über die erst 19-jährige Anastasia Papadopoulou. Die 1,52 m kleine, zierliche Ballkünstlerin ist zu ihrer Ballsicherheit und ihrem guten Auge auch noch beidfüßig. Die einzigen auf dem Feld, die neben Anastasia nicht verblassten, sind ihre beiden Nationalmannschaftskolleginnen Eftichia Michailidou, die mit ihren 83 Länderspielen die Erfahrenste im Team ist, und Angeliki Lagoumtzi.

Beide Mannschaften mitsamt Trainern waren mit dem Spiel zufrieden, da es ja vor allem um den Spaß an der Sache ging. „Wir waren heute sehr leichtsinnig“, sagte Kavala-Trainer Roumeliotis. „Am Montag waren wir besser, sicher auch, weil der Gegner Kleinschwarzenlohe uns alles abverlangt hat.“ Das Spiel gegen den deutschen Landesligisten gewannen die Griechinnen mit 3:2.

Ein ganz normales Länderspiel war es eben doch nicht. Zwischen den beiden Mannschaften hat sich durch die beiden Reisen eine richtige Freundschaft entwickelt. Susanne Baetje ist nicht nur die Frau des Reichelsdorfer Trainers, sondern spielt selbst und organisiert neben ihrem Team auch die gesamte Privatrunde und den Austausch mit Kavala. Sie kennt die Herausforderungen einer solchen Freundschaft besonders gut. „Das ist schon ganz schön anstrengend mit dieser Meute. Da wird ständig durcheinander geschnattert, und das auch noch in verschiedensten Sprachen!“

Die Griechinnen sprechen kaum Englisch, nur eine von ihnen versteht Deutsch. Ohne die Hilfe von Sotiris Xognos, dem Vorsitzenden des deutsch-griechischen Partnerschaftsvereines Philos, sagt Susanne Baetje, wäre es manchmal schwierig geworden. Ulkige Szenen ergaben sich aber auch so: Beim Besuch im Nürnberger Zoo war eine der Griechinnen über den Zaun des Nashorngeheges geklettert, um besser fotografieren oder mal ein solches Tier streicheln zu können.
  

                                         

Die weibliche Fußball-Elite von Kavala: 
Die Nationalspielerinnen Angeliki Lagoumtzi, Eftichia Michailidou, Anastasia Papadopoulou (von links) 
hatten sichtlich Spaß bei ihrem Gastspiel in Reichelsdorf. 

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